Unsere Pfarreien

Wargolshausen

dionysius wargolshausenDie Geschichte der Wargolshäuser Kirche reicht weit zurück. Bereits in den Zinsbüchern des Klosters Bildhausen aus dem Jahre 1488 wird ein befestigter Kirchhof erwähnt. Für Historiker Dr. Wagner ein Indiz dafür, dass bereits zu dieser Zeit eine Kirche existiert hat. Genaue Aufzeichnungen liegen dagegen über die im Jahre 1701/02 an den Julius-Echter-Turm (Baujahr1617) angebaute barocke Kirche, die allerdings in den Jahren 1971/72 einem modernen Neubau weichen musste, vor. Mit dem Weggang von Pfarrer Fiegler im Jahre 1969 gab es keinen festen Priester mehr im Ort, sondern Pater Dr. Ballweg „versorgte" vom Kloster Lebenhan aus die zur Pfarrei Wülfershausen gehörende Kuratie. Erst im Jahre 1835 hatte der Ort einen eigenen Pfarrer bekommen. Ermöglicht wurde dies durch die großzügige Erbschaft des Revierförsters Kaspar Heid. Überhaupt zieht sich eine hohe Spendenbereitschaft durch die Jahrhunderte der Wargolshäuser Kirchengeschichte. Alleine für den Kirchenneubau in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden 100.000 DM von der Ortsbevölkerung bereitgestellt. Hinzu kamen an die 7.000 freiwillige Helferstunden. Ein Phänomen übrigens, das immer wieder festgestellt werden konnte. Auch der Pfarrheimneubau im Jahre 1993, der mittlerweile einen eingruppigen Kindergarten im Obergeschoss beherbergt, ließ sich nur realisieren, weil die Ortsbevölkerung mit anpackte. 6.500 freiwillige Helferstunden konnten seinerzeit registriert werden. Nach außen ist Wargolshausen durch das Kapellenfest am Fest Mariä Himmelfahrt bekannt geworden. Seit der Einweihung, der von dem Würzburger Arzt Dr. Hermann Dennemann gestifteten Marienkapelle, findet jedes Jahr an diesem Feiertag im August an dem sakralen Bauwerk am Waldesrand ein feierlicher Gottesdienst mit anschließendem Fest statt. Zum Einweihungsgottesdienst am 15. August 1979 wurde auch die Singgruppe gegründet; ein „junger Chor", der in den vergangen drei Jahrzehnten nicht nur besondere Gottesdienste musikalisch gestaltet hat, der auch mehrfach mit seinen Konzerten über die Ortsgrenzen hinaus bekannt geworden ist.
Das kirchliche Leben wird nicht nur von regelmäßigen Gottesdiensten, sondern auch vom kirchlichen Brauchtum geprägt. Sternsinger, Klapperer, Prozessionen, Wallfahrten, und Kinder- und Familiengottesdienste seien in diesem Zusammenhang erwähnt. Damit kirchliche Nachrichten, aber auch das übrige Dorfgeschehen die Bevölkerung erreichen, gibt es seit 1993 die „Goldbach-Post". Der monatlich erscheinende Pfarrbrief berichtet auf 12 DIN-A 4-Seiten über alle Vorkommnisse in Wargolshausen und Junkershausen und veröffentlicht die Gottesdienstzeiten.
Bleibt noch Pfarrer Lorenz Maurer zu erwähnen. Vor 20 Jahren kam der zur Heiligen Familie gehörende Pater in den Ort und wirkt seit dieser Zeit in Wargolshausen, Junkershausen und Hollstadt als Seelsorger.

Hollstadt

hollstadt jakobus"Das ist das Haus des Herrn; fest gefügt und gegründet auf sicherem Felsen." (Lit. der Kirchweih)

Die Pfarrei St. Jakobus d. Ä. in Hollstadt, zählt etwa 870 Katholiken. Aus dem Ort ragt die sehr schöne Kirche empor und schart die Häuser um sich. Der Turm, der von Bischof Julius Echter von Würzburg erbaut worden ist, weist wie ein Finger zum Himmel.
Am Samstag oder Sonntag, an Festen und Wochentagen versammeln sich im Gotteshaus die Christen zur hl. Messe und zur Andacht, bei denen sie Christus begegnen können. Kirchliches Leben zeigt sich auch in Wallfahrten und Prozessionen.
Ein herzliches Vergelt's Gott gilt den kirchlichen Gremien und allen, die das Pfarrleben durch ihr Gebet und Opfer mittragen!
Das Hochfest des Hl. Jakobus, unseres Pfarrpatrons feiern wir am 25. Juli oder dem daraufflogenden Sonntag.
Bald wird eine Teilstrecke des Jakobsweges, den der Hochw. Weihbischof Helmut Bauer 2008 gesegnet hat, auch durch Hollstadt führen.

Die Geschichte der Kirche „St. Jakobus d.Ä."

1421 ist Johann Stürmer, Pfarrer in Hollstadt urkundlich erwähnt. Hollstadt hatte zuerst Heustreu als Pfarrfiliale und es war sonntags abwechselnd Gottesdienst.

1600 wurde auf Befehl des Fürstbischofs Julius Echter von Würzburg die Kirche von Grund auf neu errichtet. Damals hatte die Gemeinde 200 Einwohner. Die Errichtung des Turmes erfolgte 10 Jahre später. 1716 wurde die baufällige Kirche erstmals restauriert. 1730 wurde im Turmuntergeschoss ein Hochaltar mit reichem Rokokoaufbau auf vier Säulen, von denen die inneren etwas zurückversetzt sind, erstellt.

Bei einer Visitation im Jahre 1897 wies Bischof Dr. Franz Josef von Stein, der spätere Erzbischof von München, auf den zu beengten Raum der Kirche hin. Am 11.11.1897 konstituierte sich der „Verein zur Erweiterung der Pfarrkirche zu Hollstadt". 1946 wurden von der Familie Weth der Kirche drei Glocken geschenkt, da diese im 2. Weltkrieg verloren gingen. Am 07. März 1969 wurde mit dem Abbruch der Kirche begonnen. Am 05. Juli 1970 erfolgte die Einweihung der neuen Kirche durch Alfons Kempf, Weihbischof von Würzburg. Der damalige Ortspfarrer war Matthias Meyer.

Die neue Kirche wird teilweise noch im Osten und Norden von einem 6 m breiten Graben und 4 m hohen Befestigungsmauer eingefasst und dient seit Menschengedenken als Friedhof.

An der Nordmauer im Friedhof ragte unter einem, von zwei Säulen getragenes Holzkreuz, ein lebensgroßes Holzkruzifix aus dem 18. Jahrhundert, empor. Dieses wurde 2007 restauriert. Mitten aus der Festungsanlage erhebt sich der spitze Echterturm der Pfarrkirche, einem zum Himmel zeigenden Finger gleich. Mit der Auflage einen Raum zu schaffen, der ungefähr 600 Gläubige fassen soll, war die Aufgabe verbunden, einen neuen liturgischen Raum zu erstellen, der der Konstition über die Liturgie nach dem II. Vatikan Konzil gerecht wird.

Unsere Pfarrgemeinde wird seit 1989 von Pater Lorenz Maurer, Ordensbruder der Heiligen Familie, betreut. Am 25. Juli feiert Hollstadt alljährlich seinen Kirchenpatron St. Jakobus der Ältere.

Die Kirche der Gemeinde ist immer noch ein zentraler Punkt im Dorfgeschehen. Dies kommt vor allem bei den zahlreichen Wallfahrten, Prozessionen und Pilgerreisen zum Ausdruck. Mittlerweile haben sich zwei Wallfahrten etabliert. Seit 1986 pilgern die Hollstädter an jedem ersten Sonntag im Juli unter Wallfahrtsführer Alfred Reinhard auf den Kreuzberg. 1997 folgte dann zum ersten Mal die Vierzehnheiligen Wallfahrt, unter der Leitung des Wallfahrtsführer Manfred Müller, die jedes Jahr am zweiten Freitag nach dem ersten Sonntag im Juli stattfindet. Mittlerweile schließen sich bei beiden Wallfahrten auch Wallfahrer aus den umliegenden Gemeinden an.

Eine umfassende Umgestaltung steht der Kirche in den nächsten Jahren bevor. Umfangreiche Sanierungsaufgaben, die zurückgehende Zahl von Kirchenbesuchern, der dadurch schwierigere Unterhalt und auch gewandelte Vorstellungen von einem Raum für liturgische Feiern machen dies unumgänglich.

von Ruthard Schneider & Gosbert Fries

Junkershausen

Höhepunkte des Junkershäuser Kirchenjahres sind der Umgang der Sternsinger, das gemeinsame Osterfrühstück im Jugendheim, der Kommunikantenweckruf durch die Blaskapelle, die Wallfahrten nach Wargolshausen und Hendungen und das Spiel in den Mai unter der Dorflinde durch die Musikanten.

Am Samstag nach dem Herz-Jesu-Fest ist der höchste Junkerhäuser Feiertag: Patrozinium.

Desweiteren richtet der Pfarrgemeinderat jährlich die Ferienfreizeit zum Abschluss des Schuljahres Ende August aus; letztmalig unter dem Motto „Asterix und Obelix" an der ca. 30 Kinder teilnahmen. Nach der Feier der Rorate im Dezember mit einem gemeinsamen Frühstück, begrüßt der Pfarrgemeinderat an einem Adventssonntag im Kirchenjahr die Bevölkerung zur gemeinsamen Adventsfeier im Jugendheim. Festlich gestaltet wird auch der Gottesdienst am 1. Weihnachtsfeiertag, an dem auch viele auswärtige Besucher teilnehmen.

junkershausenHerr, deinem Haus gebührt Heiligkeit für alle Zeiten" Psalmen 93 (5)

Rundgang durch die Junkershäuser „Herz-Mariä"-Kirche

Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Kirche am 10. Oktober 1949 mit ihrem 26 Meter hohen Kirchturm von Bischof Julius Döpfner aus Würzburg geweiht. Die Namenspatronin ist die Hl. Mutter Gottes (Herz-Maria).

Papst Pius XII. hat in den Wirren des 2. Weltkrieges die Welt dem Herzen Mariä geweiht. Daraufhin hat Herr Pfarrer Hegmann die Junkershäuser Kirche dem Herzen Mariä, als eine der ersten Kirchen weltweit, weihen lassen.

Bischof Julius Döpfner, geboren in Hausen bei Bad Kissingen, war von 1948-1957 Bischof in Würzburg, danach Bischof in der geteilten Stadt Berlin und wurde später Kardinal von München und Freising.

In der Mitte Bischof Julius begrüßt den Pfarreipfarrer Hegmann , rechts außen Pater Berthold Miller (geb. am 02.08.1900 in Wargolshausen. 

Ein junger Maler aus München namens Franz Leubel malte 1952 am Hauptaltar eine Darstellung aus dem Leben Mariens.

Unsleben

unsleben heilig kreuzDie Pfarrgemeinde Heilig-Kreuz wurde im Jahr 1466 gegründet. Seit dem 01.03.2010 betreut Pfarrer Frank Mathiowetz die ca. 774 Katholiken. Er trat die Nachfolge von Pater Bruno Müller an, der die Gemeinde vom 01.09.1988 bis dahin leitete.

Der Innenraum der 1934 errichteten Kirche wurde 2008 neu gestrichen und die Orgel aus dem Jahre 1899 generalüberholt. Die abgeschlossenen Renovierungsarbeiten feierte die Pfarrgemeinde im April 2009 mit einem Orgelkonzert mit Kantor Peter Rottmann, an dem sich auch die Musikkapelle und der Gesangverein beteiligten. Musikkapelle und Gesangverein gestalten auch das ganze Jahr über das kirchliche Leben mit. So umrahmt der Gesangverein an hohen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern die Gottesdienste, während die Musikkapelle die Gläubigen bei diversen Prozessionen begleitet. Des weiteren gibt die Musikkapelle alljährlich ihr traditionelles Weihnachtskonzert am 2. Weihnachtsfeiertag. Seit 2000 bereichert die Kirchenband Staccato die Pfarrgemeinde Unsleben. Nicht nur die Familiengottesdienste, die nun schon über 10 Jahre stattfinden, sondern auch bei der Erstkommunion oder dem Kolpinggedenkttag können nun moderne Lieder gesungen werden.

Ein besonderer Höhepunkt ist jedes Jahr im August das Pfarrgartenfest mit dem Radfahrergottesdienst. Seit 2000 findet immer am Pfingstmontag der Pfingstritt statt, den Pater Bruno Müller wiederbelebt hat. Ein weiterer Höhepunkt im Kirchenjahr ist der ökumenische Familiengottesdienst zu Erntedank. Nach dem Gottesdienst begegnen sich die evangelischen Christen aus Bad Neustadt und die katholischen Christen aus Unsleben bei einem geselligen Zusammentreffen in der Dorfscheune. Auch für die Kleinen gibt es ein gottesdienstliches Angebot. So sind die Kinder bis zur 3. Klasse ca. einmal im Monat um 11 Uhr zum Kindergottesdienst eingeladen. Ein Team möchte ihnen kindgerecht das Christsein vermitteln. 52 Ministranten unterstützen zur Zeit abwechselnd den Pfarrer bei seinem Dienst. Als Dank ist jedes Jahr ein Ausflug vorgesehen. 2008 fuhren wir zum Bibelmuseum nach Frankfurt und 2009 konnten wir das Theaterstück „Sommernachtsträumchen" des Egbert-Gymnasium in Münsterschwarz besuchen. Für einige Ministrantinnen und Mitglieder des Pfarrgemeinderats war sicher die Romwallfahrt 2010 ein unvergessliches Erlebnis werden.

Auch gibt es noch kirchengemeindliche Gruppen wie z. B. die Kolpingsfamilie, den Frauenbund oder auch die Bücherei. Die Kolpingsfamilie Unsleben bietet zahlreiche Veranstaltungen an, bei denen besonders die Familien miteinbezogen werden. Seit etwa 2008 Jahren ist die Kolpingjugend wieder aktiv. Neben den wöchentlichen Gruppenstunden organisierten die Kids bereits zum wiederholten Mal in Eigenregie das bei Jung und Alt beliebte Entenrennen. Die Gruppe 55plus bietet besonders für die älteren Mitglieder interessante Angebote. Der katholische Frauenbund vertritt seit über 81 Jahren die Interessen der Frauen in Politik, Kirche und Beruf. Die Vorstandschaft organisiert viele Veranstaltungen wie z. B. Frauenfrühstück, diverse Faschingsveranstaltungen und Einkehrtage für Frauen aller Konfessionen. Jeden dritten Donnerstag im Monat sind die Senioren zu Kaffee und Kuchen und einem kleinen Unterhaltungsprogramm in die Dorfscheune eingeladen. Die Bücherei ist jeden Mittwoch Nachmittag und sonntags nach dem Gottesdienst geöffnet. Neben Kinder- und Jugendbücher sind auch die aktuellsten Bestseller zu erhalten. Natürlich kann man auch verschiedene Spiele und Cassetten bzw. CDs für alle Altersstufen ausleiehen.

Die Pfarrgemeinde Heilig-Kreuz in Unsleben ist eine lebendige Gemeinde in der es Spaß macht sich ehrenamtlich zu engagieren.

Wollbach

wollbachDie Pfarrgemeinde Wollbach hat ca. 1100 Katholiken und gehört zum Dekanat Bad Neustadt. Das Herz unserer Pfarrei ist die 1896 erbaute Kirche St. Bonifatius. Dort in der dem Apostel der Deutschen geweihten Gotteshaus versammelt sich die Gemeinde, um in der Heiligen Messe Jesus Christus zu begegnen und als getaufte Christengemeinschaft den Glauben zu erfahren und bei den verschiedensten gottesdienstlichen Feiern Gott zu loben, zu preisen und im Gebet seine Nähe zu erfahren.

Wollbach war in frühester Zeit eine Filiale der alten Pfarrei Brenden, welche schon zu Zeit des hl. Bonifatius bestand und zur ersten Dotation des Bistums Würzburg dem hl. Burkardus übergeben wurde.

Ab dem Jahr 1307 war das Kloster Bildhausen im Besitz der Pfarrei Brenden und durch das Kloster muss auch Wollbach seine eigene Pfarrei errichtet haben.

Die erste Nachricht über die Existenz der Pfarrei stammt aus dem Jahr 1421.

In Wollbach pfarrten früher Rödles, Braidbach und Querbach. Die beiden erstgenannten Orte kamen als Filiale zu Wechterswinkel und der Weiler Querbach zur Pfarrei Brend.

Wollbach hatte dann nur noch das Dorf Lebenhan als Filiale.

Die Jahre um 1580 waren schwere Jahre für das christliche Leben in Wollbach, da viele nach dem lutherischen Glauben lebten und nur wenige der katholischen Lehre vertrauten.

Das steinerne Kreuz mit Tabernakel an der Straße nach Lebenhan wurde am 10. September 1865, vom damaligen Pfarrer Fuchs, feierlich eingeweiht.

Die Kapelle von Wollbach an der Straße nach Heustreu wurde 1891 von Kriegsteilnehmern und hilfsbereiten Männern der Gemeinde erbaut. Die Kapelle soll eine Gedenkstätte für die verstorbenen sein. Im Jahre 1967 wurde die Kapelle von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der damaligen Soldatenkameradschaft renoviert.

Die ehemalige „Joachim Baumeister'sche Kinderbewahranstalt" sollte damals infolge Schwesternmangels aufgelöst werden. Die Kündigung für diese Station lag bereits vor. Die Kongretation der Schwestern des Erlösers plante nach längeren Verhandlungen einen Schwerpunktstandort für Rhön-Grabfeld. Der Altbau wurde dem Neubau angegliedert und umgebaut. Am 4. mai 1975 erfolgte die Segnung und Übergabe des neuen Kindergartens mit Freizeitheim. Es fanden im „Haus Immanuel" viele Wochenendseminare sowie Vorträge statt und der Kindergarten ist uns bis heute erhalten geblieben.

Pfarrkirche Wollbach

Über die erste Kirche in Wollbach sind leider keine Informationen vorhanden, außer dass sie schon im frühesten Mittelalter bestanden

haben muss und dass 1587 vermerkt wurde, dass die Kirche "zu klein und spärlich ausgerüstet" war.

Daraufhin wurde 1602 eine neue Kirche erbaut. In dieser Kirche war bis 1611 keine Monstranz vorhanden, so dass diese aus Würzburg ausgeliehen werden musste. Im Jahr 1617 wurde dann der Kirchturm erhöht und bekam eine "neue Schifferspitze". Über die Einweihung dieser Kirche ist leider auch nichts bekannt. Bis ins Jahr 1626 war der Altar noch nicht geweiht und bis 1628 noch nicht "geblattet", sondern nur mit Erde geschüttet.

Im Jahr 1880 wurde angeregt, eine neue Kirche zu bauen, da die alte wieder zu klein wurde. Es tauchten aber Bedenken auf, ob die Gemeinde und die Kirchengemeinde diesen Neubau finanziell tragen konnte. Da die alte Kirche von den Behörden im Jahr 1886 als "feucht und ungesund" angesehen wurde, befasste man sich wieder energisch mit dem Neubau. Daraufhin wurde die alte Kirche im Jahr 1888 abgebrochen, da diese mittlerweile "mehr ein Stall als ein Gotteshaus" war und die eigentlichen Vorbereitungen für den Neubau begannen.

So wurde am 3. Mai 1890 der Grundstein für die neue Kirche gelegt.
Die Gesamtkosten für den Neubau wurden mit 62.000,-- Mark ausgewiesen. Im Laufe der Bauzeit wurde das Bauwerk um eine Meter verlängert, so dass Mehrkosten in Höhe von 2.800,-- Mark anfielen, diese wurden aber komplett von der politschen Gemeinde übernommen.

Die feierliche Konsekration erfolgte dann am 9. August 1896 durch Bischof Franz Josef Stein aus Würzburg unter Assistenz von 14 Priestern aus der Umgebung.

Die Einfriedung der Mauer vor der Kirche erfolgte dann im Jahr 1892. Als Notkirche diente in dieser Zeit die Schule. Das Kreuz und der Knopf des Kirchturms wurden im Oktober 1891 erneuert und das Dach neu gedeckt.

In den Kriegsgewirren 1917 mussten dann zwei Glocken und 37 Orgelpfeifen abgegeben werden, aber bereits im Jahr 1921 wurde beschlossen, wieder 2 neue Glocken zu kaufen und diese ausschließlich mit Spenden zu finanzieren.

Im Jahr 1931 stand dann die nächste größere Renovierung an.
Im Jahr 1951 wurden 2 neue Glocken und eine elektrische Läutanlage angeschafft.
1955 wurde dann die erste Heizungsanlage installiert, diese wurde im Jahr 1977 erweitert.
1963 erfolgte die "Generalsanierung", bei der die alten Altäre, die Bänke und die Heiligenfiguren entfernt wurden. Bei dieser Generalsanierung bekam die Kirche auch eine neue Schleiflandorgel geliefert. Die Orgel hat 16 Register, ca. 1.000 Pfeifen (wovon die größte 2,70m un die kleinste 0,5 cm misst.

Am 14. September 1963 wurde der neue Hochaltar nach der gründlichen Renovierung geweiht.

Im Jahre 1975 erfolgte die Neueinrichtung der Sakristei und die Altäre wurden im Jahr 1979 neu gestaltet. Die große Außenrenovierung der Pfarrkirche wurde im Jahr 1984 abgeschlossen. Zeitgleich wurde neben der Fassadenrenovierung eine neue Turmuhr installiert und Schiefer aufgetragen. Dieses Projekt wurde zum Teil durch Kollekten und Spenden i. H. v. 111.767 DM finanziert.

Die im Turm verwahrten Heiligenfiguren sowie die Kreuzwegstationen wurden im Jahr 1989 von der grauen Farbe befreit und aufgestellt. Nach Freilegung des Innenportals sowie der Empore erstrahlte das Gotteshaus in farbiger Pracht. Unter Regie der Kirchenverwaltung wurden 1.323 Stunden an Eigenleistung erbracht.

1991 wurden am Glockenstuhl größere Mängel festgestellt. Anschließend wurde der gesamte Glockenstuhl abgetragen und duch eine Eichenholzkonstruktion ersetzt. In diesem Zusammenhang wurde eine vierte Glocke gekauft, welche am 14. Juli 1991 feierlich eingeweiht wurde.

Neue Krippenfiguren wurden von den Hobbyschnitzern August Baumeister und Bruno Werner angefertigt und an die Kirche gespendet.

Im Jahre 1995 wurde vor der Lourdesgrotte die Statue der hl. Bernadette aufgestellt, außerdem wurden noch 2 Retabel über den Seitenaltären angebracht.

In Jahr 2008 wurde die Orgel unter Leitung des neuen Pfarrers Frank Mathiowetz komplett renoviert und neu aufgebaut.

 

Heustreu

Heustreu michaelskapelleDie Pfarrgemeinde Heustreu hat ca. 1100 Katholiken und gehört zum Dekanat Bad Neustadt.

Das Herz unserer Pfarrei ist die 1957 erweiterte und im Kirchenschiff neuerbaute Kirche "Zu den Heiligen Schutzengeln". Dort versammelt sich die Gemeinde, um in der Heiligen Messe Jesus Christus zu begegnen und als getaufte Christengemeinschaft den Glauben zu erfahren und bei den verschiedensten gottesdienstlichen Feiern Gott zu loben, zu preisen und im Gebet seine Nähe zu erfahren.

Außerhalb des Gottesdienstes gibt es bei uns ein reges Gemeindeleben in zahlreichen Gruppierungen, den verschiedensten kirchlichen Verbänden und Gremien in der eine lebendige Pfarrgemeinde erfahrbar wird, die den Glauben stärkt und „Leben in Fülle" (Joh10,10) ermöglicht.

Eine Besonderheit ist die dem Heiligen Erzengel Michael geweihte Kapelle auf dem „Michaelsberg" die zu einem Besuch und zum verweilen einlädt.

is 1436 war Heustreu eine Filiale der Pfarrei Hollstadt, die wiederum zur Mutterpfarrei Brend gehörte. 1436 wurde Heustreu die Stiftung einer Frühmesse genehmigt, verantwortlich war aber nach wie vor der Pfarrer von Hollstadt. Nach den Wirren der Reformation und der in Heustreu erfolgreichen Gegenreformation unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wurde 1587 die Pfarrei Heustreu errichtet. Die Pfarrkirche wurde 1600 erbaut, nachdem die bis dahin genutzte Kirche zu klein geworden war. Am 2. Januar 1601 wurde die Kirche der „Glückseligen Jungfrau Maria" geweiht. Der typische Julius-Echter-Turm wurde 1617 durch Erhöhung des vorhandenen Kirchturmes geschaffen, nachdem 1609 die Gemeinde erklärte, „sie könne den Kirchthurm nicht bauen, weil sie all ihr Geld aufs Wirthshaus neu zu bauen gewendt habe". 1697 wurde das jetzige Pfarrhaus durch das Kloster Bildhausen erbaut. Lange Zeit wirkten in der Pfarrei Priestermönche dieses Klosters. Anfang des 20. Jh. wurde das Pfarrgrundstück durch Zukauf vergrößert.

Aus dem 14. Jahrhundert stammt das einmalige Kleinod „Michaelskirche" auf dem gleichnamigen Berg. Ein früherer Kirchenbau kann auch hier vermutet werden. Mit den Fresken im Altarraum und nach der fachmännischen Restaurierung in den letzten Jahren ist diese Kirche einen Besuch wert. Verstärkt finden nun wieder Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen hier statt.
Eine Sage berichtet, dass die Michaelskapelle ursprünglich auf einem anderen Berg errichtet werden sollte, das Baumaterial sei jedoch auf wunderbare Weise mehrmals nächtens immer wieder auf den Michaelsberg „überbracht worden". Dieses Sagenmotiv ist jedoch sehr häufig zu finden und kaum typisch für diese Kirche. Eine zweite, originellere Sage berichtet, daß die Schweden Heustreu verschont hätten, nachdem ihnen der Erzengel Michael, auf einem Pferd um die Kapelle reitend, gehörig Angst und Schrecken eingejagt hatte. Der Michaelstag am 29. September wurde bis Mitte des letzten Jahrhunderts als hoher Feiertag begangen, danach ging seine Bedeutung leider zurück, nicht zuletzt wegen des im selben Monat gefeierten Schutzengelfestes, dem Patrozinium der neuen Pfarrkirche.

Die alte Kirche war den Hl. Drei Königen geweiht. Die wunderschönen Altäre der alten Pfarrkirche mit der Darstellung der Drei Könige schmücken heute die Pfarrkirche St. Nikolaus in Geldersheim bei Schweinfurt.

Ein weiteres Gotteshaus ist die kleine Veitskapelle aus dem 15. Jahrhundert. Alljährlich zum Gedenktag des hl. Vitus (15. Juni) wird hier im Wiesengrund seit langem ein Gottesdienst gefeiert. 1956/57 wurde die Pfarrkirche neu erbaut und am 17. November 1957 offiziell dem Hl. Michael geweiht. Obwohl die Schutzengel nur beiläufig auf einem Zusatzdokument erwähnt werden, gilt die Kirche allgemein als „Kirche zu den hl. Schutzengeln". Eine umfassende Umgestaltung steht dieser Kirche in den nächsten Jahren bevor. Umfangreiche Sanierungsaufgaben, die zurückgehende Zahl von Kirchenbesuchern, der dadurch schwierigere Unterhalt und auch gewandelte Vorstellungen von einem Raum für liturgische Feiern machen dies unumgänglich.

Zu Beginn der 50er Jahre wurde die alte Pfarrscheune von der neu gegründeten Kolpingsfamilie zu einem „Jugendheim" ausgebaut. 1996/97 wurde hier ein neues Pfarrheim erbaut, das seither neben der Kirche Mittelpunkt des pfarrgemeindlichen Lebens ist.
Wer mehr über die Geschichte Heustreus und auch der Pfarrei St. Michael erfahren möchte, sei auf das Buch „950 Jahre Heustreu 1057 - 2007" verwiesen, das beim Bürgermeister erhältlich ist. Besonderer Dank gilt dem ortsansässigen Historiker Dr. Heinrich Wagner für die fundierte Aufarbeitung der ältesten derzeit bekannten Dokumente.

Nachdem die Pfarrei von 1980 - 2006 durch die Missionare von der Heiligen Familie des Klosters in Lebenhan betreut wurde (Pfarrverweser), ist seit dem 1. September 2007 mit Frank Mathiowetz wieder ein Diözesanpriester in unser ebenfalls neu renoviertes Pfarrhaus eingezogen. Heustreu wird auch Verwaltungssitz der zukünftigen Pfarreiengemeinschaft sein.