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Ein Festgottesdienst mit Bischof Friedhelm Hofmann wurde zum Höhepunkt der 125-Feier der Wollbacher Kirche

Die Sonne strahlt vom Himmel, die Rosen auf dem neu angelegten Dorfplatz blühen in leuchtendem Pink und allerorten sausen festlich gekleidete Menschen rund um die Kirche herum und  legen noch letzte Hand an Fahnenstangen, Ministrantengewänder, Blumenvasen oder Ausstellungsstücke. Der Kirchenchor trudelt langsam ein und singt sich mit der neuen Chorleiterin ein. Noch wissen alle nicht, wie es wird, doch viele sind freudig konzentriert und fröhlich gestimmt. So oder so ähnlich können Sie sich die Atmosphäre vorstellen, als der große Tag der Wollbacher Kirche begann. 

Es wurde ein wirklicher Festtag, dieses 125jährige Jubiläum der Kirchenweihe. Viel hatten sich die Kirchenverwaltung und das neue Gemeindeteam vorgenommen, Altbischof Friedhelm Hofmann zur Zelebration des Festgottesdienstes eingeladen, eine Ausstellung zur Geschichte der Kirche in monatelanger Kleinarbeit zusammengestellt, die ganze Ministrantinnenschar für den Gottesdienst vorbereitet, die Kirche festlich geschmückt, einen Stehempfang für alle Gäste organisiert und den Regionalkantor Peter Rottmann um ein Orgelkonzert gebeten. Und es hat sich alles zu einem maßvollen stimmigen Fest zusammengefügt.  Die, die dabei waren nickten vernehmlich und betonten mehr als einmal: Gut, dass wir das Jubiläum jetzt gefeiert haben.

Bischof Friedhelm kam in aller Ruhe am frühen Sonntag morgen an und fand sich in der Sakristei mit Pfarrer Brand und dem früheren Geistlichen Frank Matthiowetz ein. Da staunten die ankommenden Kirchenbesucher nicht schlecht. Gleich drei Zelebranten zogen also zum Gesang des Chores mit einer langen Schar von Ministranten und den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine in die Kirche ein.
Sie stimmten beim Gloria kräftig in den Gesang mit ein, sodass alle wieder einmal erleben durften, wie es ist, wenn eine ... (ziemlich) gefüllte Kirche ein Loblied singt.  Dem ein oder anderen kamen da sicher Erinnerungen an frühere Tag in den Sinn, als solch mächtige Gesang oft erklungen ist. 

Auf die vergangenen Tage verwies denn auch der ehemalige HIrte der Diözese zu Beginn seiner Predigt. Er rief die über 800jährige Geschichte des Glaubens am Ort der heutigen Wollbacher Kirche in Erinnerung und erzählte den jüngeren Mitfeiernden von den Tugenden, die in seiner Kinderzeit zur Erziehung dazugehört hatte. Was wird die Menschen heute und in Zukunft tragen und was wird ihnen halt geben?, fragte der Bischof. Er ermutigte dazu, das Vertrauen in die Liebe Gottes auch heute zur Grundlage des eigenen Lebens zu machen und sich auch heute der eigenen Berufung zu stellen. Als Getaufte und Gefirmte können wir auch heute zuversichtlich nach vorne schauen, für die Menschen in unserer Umgebung da sein und so Zeugnis geben von der Hoffnung, zu der alle berufen sind. 

im Anschluss an den Gottesdienst fanden sich Einheimische und Gäste bei einem Stehempfang auf dem Kirchhof ein. Da war das Hallo groß, als manche zum Beispiel den beliebten Seelsorger Pfarrer Mattiowetz und seinen noch rüstigen Vater begrüßen konnten, oder einfach auch unkompliziert  zusammenstehen und mal anstoßen konnten. 
Viele ergriffen auch gleich im Anschluss die Möglichkeit, die Ausstellung im Obergeschoss des Pfarrheims zu besuchen. 
Es gab so manche Rarität zu entdecken. Neben Schautafeln zur baulichen Veränderung der Kirche, war der alte Tabernakel der Kirche und eine ehemalige Tresortür aus der Sakristei mit einem wunderschön gemalten Engel zu bestaunen.  Ebenso entlockten alte Messbücher und Andachtsbücher, sowie wertvolle liturgische Geräte dem Besucher/der Besucherin so manches Ah und Oh. Kniffelig wurde es dann bei der Entzifferung  alter Urkunden, wer kann schon noch das alte Sütterlin, in dem zum Beispiel die alte Friedhofsordnung geschrieben war.  Ein Höhepunkt waren schließlich noch die ausgestellten Messgewänder. Wollbach ist eines der wenigen Dörfer, in der eine sogenannte Dalmatik, ein Gewand für einen assistierenden Geistlichen vorhanden war. Und es wurde erzählt, wer sich noch daran erinnern konnte, zu welcher Gelegenheit dieses Gewand im Einsatz war.  Schließlich lag am Ausgang noch ein ganz besonderer Schatz: Die neu gestaltete Dorfchronik, von Altbürgermeister Alois Gensler und     erarbeitet konnte aufgeblättert werden. Sie ist ab sofort im Rathaus zu erwerben.

Bei strahlenden Sonnenschein konnte die Ausstellung den ganzen Tag über noch besucht werden, während sich die Honoratioren in Begleitung von Bürgermeister Bruckmüller auf den Weg zum gemeinsamen Mittagessen machten.    

Den Abschluss des Festtages gestaltete schließlich Regionalkantor Peter Rottmann an der Orgel. Noch einmal hatten sich eine ansehnliche Zahl von Gästen in der Sankt Bonifatiuskirche einfunden. Sie lauschten Stücken von der Rennaissance bis in die Gegenwart. So lernten viele noch einmal neu die eigene Orgel mit ihren vielen Klangfarben kennen. Der herzlich Beifall war der Dank an den Musiker, der auf weitere Konzerte des Rhöner Orgelsommer hinweis und der Abschluss eines wirklich gelungenen Festtages   

 

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